Es sind auch die kleinen Fehler, die den Ruf ruinieren

„Wenn du eigentlich ‚coverage‘ sagen willst, aber deine Hände zu dick und zu klein sind, um alle Buchstaben auf deiner Tastatur zu treffen.“ Diese Worte hat ein Spiegel Online Mitarbeiter als Zitat aus dem Urban Dictionary verwendet – und das, obwohl im Original von dicken Händen keine Rede ist. Ein kleiner Fehler im Text, eine Nachlässigkeit, könnte man sagen. Aber genau das ist es nicht. Denn es geht um Donald Trump. Der Zusatz der zu dicken Hände in dem Zitat steigert dessen Boshaftigkeit. Das ist nicht nur für eine Nachricht vollkommen unangemessen. Selbst in einem Kommentar darf man nicht falsch zitieren. Denn ein Zitat ist eine wörtlich Wiedergabe.

Die Leser müssen sich darauf verlassen können, dass Journalisten korrekt arbeiten. Immer. Denn für die Presse ist die Glaubwürdigkeit ihr wichtigstes Pfund. Und die gerät durch solche Dummheiten ins Wanken.

Es ist nicht zu viel verlangt, dass ein Journalist seine Texte vor der Abgabe noch mal sorgfältig liest und seine Zitate prüft. Zumal, wenn es das Original direkt als Screenshot mitliefert. Und auch von einem Redakteur muss ich erwarten können, dass er einen Text vor der Freigabe sorgfältig redigiert. Denn das sind zwei wichtige (von mehreren) Komponenten, die aus einem beliebigen Medium ein Leitmedium machen.

Hier noch der Screenshot von Spiegel Online vom 2. Mai 2018, 14:25