Der neue Asterix: Die Römer haben ’nen Vogel

Asterix und das Papyrus des Cäsar. Szene aus dem gallischen Dorf

Liebevoll gezeichnete Charaktere, detailreiche Bilder. Der neue Asterix-Band 36

Die moderne Kommunikation ist jetzt auch im letzten Jahrhundert vor Christus angekommen. Im neuen Asterix-Band „Der Papyrus des Cäsar“ – dem 36. Asterix-Band insgesamt und dem zweiten Asterix von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad – dreht sich alles um die Kommunikation. Zentraler Charakter ist ein „Kolporteur“, der unverkennbar WikiLeaks Chef Julien Assange nachempfunden ist und der ein unrühmliches und totgeschwiegenes Kapitel von Cäsars Geschichte der Öffentlichkeit zugänglich machen will. Mehr sei hier nicht über den Inhalt verraten, um das Lesevergnügen nicht zu trüben.

Lohnt es sich, den neuen Asterix zu kaufen? Ferri und Conrad haben eine Geschichte geschaffen, die manchmal etwas hudelt. Man merkt der Geschichte an, dass sie im Zeitalter des Internets geschrieben wurde. Nichts darf mehr dauern, alles muss sofort angekommen sein und alles muss untergebracht werden. Und so geht nur teilweise die Stringenz der Handlung, sondern auch etwas von der liebevollen Entschleunigung, die dem kleinen gallischen Dorf eigentlich inne wohnt, verloren. Bei Asterix kehrt Hektik ein.

Asterix Band 36 - Ein Ausschnitt aus dem neuen Asterix

Asterix in Eile: Die Hektik schadet der Story

Entsprechend verfügen die Römer jetzt auch über ein antikes Twitter. Dass die Vögel die heimlichen Gaststars sind, deutet sich schon dezent im ersten Bild an. Und damit wird durchaus eine der Stärken der alten Asterix-Erzählungen fortgesetzt. Die Bilder sind liebevoll und detailreich gezeichnet und erzählen manch kleine Nebengeschichte. Zum Beispiel die von Idefix, der für klare Verhältnisse sorgt, wo Obelix schwächelt. Oder eben die der Vögel, die im neuen Asterix fast omnipräsent sind.
Der neue Asterix „Der Papyrus des Cäsar“ lohnt sich zu lesen, wenngleich die Subtilitität der Bilder auch der Story ganz gut getan hätte. Er stärkt die Hoffnung, die ich schon vor zwei Jahren hatte: Dass das neue Autorengespann den Mumm und die Fähigkeiten haben, Asterix neues Leben einzuhauchen. Und dass sie auch sehr selbstbewusst ihre Sache angehen, zeigt sich auf bereits auf der Titelseite: Noch nie zuvor war auf der Titelseite eines Asterix-Bandes nicht der Name Uderzo unter der Zeichnung. Diesmal steht dort unten rechts ganz souverän: Conrad.